· 

Auf in die neue Saison!

Das letzte Jahre endete nicht ganz so warm, dass ich Lust auf Segeln gehabt hätte. 8-10°C dürfens schon sein. Aber zwischen Weihnachten und Neujahr war ich einmal auf dem Boot, bin nach Enkhuizen rüber und dann toll zurück gesegelt. Leider fiel mir kurz nach Hafenausfahrt in Enkhuizen der Wasserstrahl des Motors aus. Trotz Windes und Motorgeräusch hab ich das irgendwie mit bekommen und noch bevor ein Überhitzungssignal ansprang sofort den Motor ausgemacht. Dann bis kurz vor den eigenen Hafen gesegelt und gaaaaanz langsam ohne Seewasserkühlung in Schrittgeschwindigkeit in den Hafen und die Box. Mit ungutem Gefühl, aber ohne Warnanzeige. Dort sofort Seewasserpumpe auf -der Impeller ist neuwertig. Alles o.k. Keilriemen geprüft. Auch o.k. Dann war ich mit meinem Latein am Ende und bin verfrüht nach Hause, obwohl ich noch ein oder zwei Tage bleiben wollte. Na ja, das Jahr ging also mit Sorgenfalten zu Ende.
Im Segeln-Forum hab ich dann viele Tipps bekommen. Zu Dichtig- und Undichtigkeiten und u.a. auch den Tipp, dass je nach Wasserumgebung der Seewasserdeckel verschleißt, so dass sich durch Riefen Lücken zwischen Impeller und Deckel bilden (insbesondere bei Motoren in sandigen Gegenden), so dass der Impeller den notwendigen Druck zum Pumpen nicht mehr erzeugen kann.
Also neuen Deckel bestellt, was gar nicht so einfach übers Internet war. Dann in England für gut 20 € bestellt, plus Versand und Zoll dann noch einmal 30 €. Verrückte Welt, wenn das Produkt billiger als der Rest ist...
Dieses Wochenende war regenfrei und mit ca. 8° angesagt, also Samstag hin zum Boot. Seit Wochen hatte ich Prüfungsreihenfolgen und Bauteildemontagen gedanklich durchgespielt. Also erst einmal Heizung an -sprang sofort an- und einen ausgiebigen Spaziergang durch Lemmer gemacht. Wieder zurück wars warm im Boot und los gings. Also zuerst den Seewasserfilter aufgemacht, die Dichtung entnommen, nochmal durch ein Tuch laufen lassen, eingelegt und Deckel handfest drauf. Undichtigkeiten hier sollten auch den notwendigen Druckaufbau zum Pumpen verhindern. Dann angefangen, den Seewasserdeckel los zu schrauben. Dabei das Boot "geflutet" -zu blöd, wenn man das Seewasserventil schon geöffnet hat, um es danach nicht zu vergessen... Die Lernkurve hatte ich also geschafft, das Wasser trocken gewischt und dann den Deckel abgeschraubt. Noch einmal den Impeller nach Sicht kontrolliert -neuwertig. Dann den neuen Deckel aufgeschraubt. Wie es sich gehört erst diagonal und dann in zwei Runden fest. Seewasserventil wieder auf. Niedergangstreppe zu, Pullover an und raus. Ein Druck auf den Motorschalter und zwei Sekunden später startete der Motor. Perfekt. Kurz darauf das erste Seewasser und dann der erste dicke Strahl. Was für eine Erleichterung! Ich lief den Motor kurz laufen und in den bekannten Abständen kam der Seewasserkühlstrahl wie in besten Zeiten. Es war geschafft.

Das Boot ist also jetzt wieder einsatzbereit. Ich habe mir aber für dieses Jahr einige Arbeiten am Motor vorgenommen, um die Zuverlässigkeit weiterhin hoch zu halten. Das Auto kommt ja auch regelmäßig in die Inspektion. Beim Boot ist es aber sinnvoll, ein paar Basics selbst machen zu können. Das steht für dieses Jahr auf dem Programm. Und ich habe gelernt, dass es doch einige Ersatzteile an Bord bedarf. Wenn das in fremdem Hafen passiert, ist ein Ersatzteil oft nicht sofort zu bekommen. Wenn man wochenends segelt, also außerhalb normaler Öffnungszeiten, erst recht nicht. Der neue Deckel ist auf beiden Seiten glatt, kann also umgedreht werden (der originale Deckel hat Schrift eingeprägt auf der Vorderseite). Aber ich werde zusehen, dass ich mir eine komplette Seewasserpumpe zulege, weil das wohl das Motorteil ist, das am ehesten ausfällt. Und insgesamt kann man es wahrscheinlich mit ein wenig Geduld selbst tauschen. Ansonsten ist ein Monteur ohne Ersatzteile einfacher zu finden, als ein Monteur, der gerade das passende Ersatzteil besorgen muss.

Das Wochenende war also voll erfolgreich. Und ich habe angefangen, den Ende letzten Jahres für den Anschluss an die Motorkühlung vorgesehenen Wärmetauscher einzubauen. Der hat zwei Ventilatoren, die getrennt zuschaltbar sind. Wird dann motort, z.B. aus dem Hafen heraus oder in den Hafen hinein, hat man kostenlose Wärme -ein großer Vorteil, wenn man nach der Kälte des Segelns sich schnell aufwärmen will, oder auch mal längere Passagen motoren muss in den Übergangsjahreszeiten.

Ab jetzt wird also schon fleißig geschaut, ob das Wetter passt, um zum Boot zu fahren. Die Saison ist damit eingeläutet.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0