Das erste Saisonwochenende auf dem Boot ist immer etwas Besonderes. Auch dieses Mal. Nicht nur, weil die Dieselpreise in Holland jetzt bei 2.54 €/l und mehr liegen -Diesel brauchts ja zum Beispiel zum Heizen. Sondern weil auch das Wetter sehr kapriolenhaft war. Karfreitag in Ruhe nach dem Frühstück alles eingepackt und zum Boot gefahren. Dort war schon sehr gut Wind. Aber das Ausladen hat dennoch gut geklappt, ohne dass alles durch die Gegend flog. Der Parkplatz ist noch voll mit Booten, aber irgendwo fand sich noch ein Plätzchen. Die Nacht war stürmisch, so wie auch die weiteren Vorhersagen außer Samstag und Montag. Also Samstagmittag bei bestem Wind -13-15 kn- raus aus dem Hafen. Der Motor sprang zum Glück sofort an, obwohl die Blei-Starterbatterie jetzt seit Ende Oktober nicht nachgeladen wurde. Für dieses Jahr steht daher eine Ladung der Starterbatterie über die LiFePO4-Verbraucherbatterie an, die ständig durch Wind und Sonnen voll gehalten wird. Dann ist die Sorge vor leerer Starterbatterie auch Vergangenheit und es sollte das Leben der Starterbatterie auch verlängern, wenn sie nicht so weit durch Selbstentladung geleert wird.
Wie immer direkt hinter der Hafenausfahrt das Groß gesetzt und los gings. Bis zur Einfahrt ins Ijsselmeer musste beimotort werden bei Wind aus ca. 30°. Und dann gings ab. Gut eine Stunde lang bester Wind und tolles Segeln. Dann ging die Sonne mehr auf und der Wind verlor sich. Immer mehr. Und mehr. Mir wurde klar, dass ich fremde Häfen nur erreiche, wenn ich ca. 3 Stunden motoren. Das wollte ich auch nicht. Dann lieber umkehren und langsam zurück. Also Vorsegel runter und Code 0 rauf. Das reichte dann für mittlerweile nur noch 1,5 kn Fahrt. Also nochmal arbeiten: Code 0 runter und Parasailor rauf. Das verhalf uns mit dem lauen Lüftchen von 3-5 kn aus 120° dann zu 2 - 2,5 kn. Immer mit gut 82m² Leichtwindsegel. Zeit zum Genießen und Relaxen bei 18° und Sonnenschein. Für einen tollen Saisonstart genau richtig.
Und weil ja immer was ist: Kurz vor dem Hafen briste es dann auf 15-18 kn auf. Ich brauchte zum ersten Mal drei Anläufe um in die Box zu kommen, weil der Wind beim Einbiegen in die Box das Boot sofort heftigst vertrieb. Aber das war erst erst Anfang. Für die Nacht waren bis 41 kn angesagt, die auch genau so eintrafen. Dennoch: Es war ein perfekter Saisonstart. Alles am Boot in Ordnung, ein paar tolle Stunden auf dem Wasser, jetzt schon alle Segel einmal durchgesegelt -was will man mehr?

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